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Strawalde, Mai 2002, 2002, Öl auf Leinwand, 170 × 130 cm courtesy Galerie Born, Foto: Eric Tschernow © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Strawalde, Mai 2002, 2002, Öl auf Leinwand, 170 × 130 cm
courtesy Galerie Born, Foto: Eric Tschernow
© VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Strawalde

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erster Teil

Aus Anlass des 90. Geburtstages von Jürgen Böttcher, alias Strawalde, zeigt die Kunsthalle Rostock eine kleine Kabinettausstellung mit 12 Gemälden und 18 Zeichnungen im Obergeschoss des Schaudepots.

Jürgen Böttcher studierte von 1949 bis 1953 Malerei an der Dresdner Kunstakademie, der heutigen Hochschule für Bildende Künste Dresden. Anschließend arbeitete er dort freiberuflich und unterrichtete an der Volkshochschule. Von 1955 bis 1960 studierte Böttcher Regie an der Hochschule für Filmkunst in Potsdam – Babelsberg und begann bereits, neben Kurzfilmen, an seinem ersten Dokumentarfilm zu arbeiten. Dieser Film „Drei von vielen“ (1961) wird in der ehemaligen DDR verboten. Im Jahre 1988 wurde er erstmalig auf dem internationalen Filmfestival in Edinburgh vor größerem Publikum aufgeführt. Sein einziger Spielfilm „Jahrgang 45“ (1966/1990) erfährt ein ähnliches Schicksal. Erst 1990 wird die Arbeitsfassung des Filmes rekonstruiert und synchronisiert. Neben einer Vielzahl von Dokumentarfilmen entstand 1984 der Film „Kurzer Besuch bei Hermann Glöckner“, der den damals 96-jährigen, konstruktivistisch arbeitenden Künstler in seinem Dresdner Atelier zeigt. Im Zusammenhang mit der, in der ehemaligen DDR geführten Formalismus-Debatte wurde der Maler Jürgen Böttcher aus dem Verband Bildender Künstler ausgeschlossen. Seine Malerei galt nicht als systemkonform. Auch Hermann Glöckner erhielt als Mitbegründer des Konstruktivismus bis in die späten 1950er Jahre keine Anerkennung als Künstler.

Seit den 1980er Jahren wandte sich Jürgen Böttcher wieder verstärkt der Malerei zu. Unter dem Pseudonym „Strawalde“ erhalten seine Ausstellungen in Dresden und Berlin sehr viel Beachtung beim Fachpublikum. Im Jahr 1989 wurde Jürgen Böttcher Mitglied der Akademie der Künste der DDR. Es folgten eine Vielzahl von Ausstellungen im In-und Ausland, u.a. in den USA, der Schweiz, Frankreich und Belgien. Als Künstler gehört Jürgen Böttcher, alias Strawalde, zu den bedeutendsten deutschen Künstlerpersönlichkeiten der Nachkriegszeit, der mit seinen zeitlos erscheinenden Bildern eine eigene Formsprache entwickelt. In der kleinen Kabinettausstellung im Obergeschoss des Schaudepots werden vorwiegend jüngere Malereien, Collagen und Zeichnungen des heute 90-jährigen Künstlers gezeigt. Begleitend zur Ausstellung finden ein Künstlergespräch sowie ein Filmabend statt.



Förderung und Unterstützung
Die Kunsthalle Rostock wird gefördert durch die Hanse- und Universitätsstadt Rostock und das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Kulturpartner: NDR Kultur

Ausstellung:
18.09.2021 - 24.10.2021

Eintritt:
8,00 € pro Person und 6,00 € ermäßigt (inklusive der Ausstellung Ulrike Theusner - Grelle Gegenwart)

Ausstellung:
im Schaudepot an der Kunsthalle Rostock

Su. 10.10.21 – 10.10.21
16.00 – 17.30 Uhr

ARTIST-TALK

Dr. Eugen Blume und Uwe Neumann im Gespräch
mit dem Maler Strawalde

Th. 14.10.21 – 14.10.21
19.00 – 21.00 Uhr

FILMABEND „JAHRGANG 45“

Regie: Jürgen Böttcher, 97 Min.,
Schwarz-Weiß, Spielfilm (DDR)
DEFA-Studio für Spielfilme,
1966 – 1990

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18.09.2021 – 24.10.2021

Demnächst zu sehen!

Ulrike Theusner - Grelle Gegenwart

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08.09.2021 – 07.11.2021

Anke Feuchtenberger - Ein deutsches Tier im deutschen Wald

im Schwanenteichpark