Peter Brune
Peter Brune arbeitete in den letzten Jahren der DDR auf der Insel Hiddensee in der Gastronomie. Dort entstand ein umfangreicher Fundus an Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die das Leben auf der berühmten Ostseeinsel in den Jahren 1987 bis 1989 abbilden. Peter Brune richtete seine Kameras auf Menschen, die auf Hiddensee versteckte Freiräume fanden und gestalteten. Seine spontanen Portraits von Punks, Langhaarigen und Kurzhaarigen, bebildern eine Generation, die sich kulturell bereits weit vom beschränkten Normengerüst des sozialistischen Staates entfernt hatte. Die beinahe völlige Abwesenheit sonst allgegenwärtiger staatlicher Symbole verleiht den Aufnahmen von Peter Brune einen fast universellen Charakter. Seine Bilder fokussieren auf die Semiotik des Augenblicks, dessen mittlerweile historische Kulisse ihre ganz eigene Ästhetik des Verschwindens mit vielen niedergehenden Regionen teilt. Formal orientieren sich die Fotografien an einem dokumentarischen Schwarz-Weiß-Realismus, der einen massiven Einfluss auf Fotografen wie Roger Melis, Harald Hauswald oder Gundula Schulze hatte und die bestimmende fotografische Formsprache des 20. Jahrhunderts darstellt. In diesem Rahmen entwickelte Peter Brune einen erkennbar eigenen Stil. Er erlaubte es seinen Fotoapparaten durch viele Hände zu gehen und unterschiedliche Perspektiven auf den Augenblick zu erfassen. Allein mit dem Sujet Hiddensee und seine Saisonangestellten schafft die Ausstellung Hidden Place eine einzigartige visuelle Bearbeitung eines Themas, das Lutz Seiler mit seinem vielfach adaptierten Stoff Kruso zum Ausgangspunkt für einen neuen erzählerischen Umgang mit der DDR-Geschichte gemacht hat. Dem folgten in den vergangenen Jahren zahlreiche neue kuratorische Ansätze im Bereich Fotografie. Mit Peter Brune Hidden Place setzt die Kunsthalle Rostock nicht nur ihre eigene Tradition der künstlerischen Bearbeitung der DDR als Stoff fort. Die Ausstellung kann auch als Beitrag in einer neuen Konjunktur fotografischer Retrospektive ostdeutscher Künstlerinnen und Künstler betrachtet werden.
Peter Brune arbeitet seit 1988 als freiberuflicher Fotograf. Seit dem Jahr 2000 lebt er in Tokio. Neben zahlreichen Ausstellungen in Berlin, Paris und Tokio veröffentlichte er seine Arbeiten etwa in der Taz, der Berliner Zeitung, Marie Claire Japon, Magazine House und Elle Japon.
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