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Willi Sitte Rufende Frauen (Studie zu „Lidice“) 1957 Öl auf Hartfaser 155 x 162 cm Willi-Sitte-Stiftung © VG Bild-Kunst, Bonn 2018 Foto: Galerie Schwind Leipzig

Willi Sitte
Rufende Frauen (Studie zu „Lidice“)
1957
Öl auf Hartfaser
155 x 162 cm
Willi-Sitte-Stiftung
© VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Foto: Galerie Schwind Leipzig Willi Sitte
Auf der Leiter (Studie zu
Willi Sitte
Frau mit Windspiel
1951
Öl auf Hartfaser
100 x 63 cm       
Willi-Sitte-Stiftung       
© VG Bild-Kunst, Bonn 2018     
Foto:  Galerie Schwind, Leipzig Willi Sitte
Ziegelputzmaschine
1950
Öl auf Karton
54 x 61 cm
Willi -Sitte-Stiftung
© VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Foto: Galerie Schwind Leipzig Willi Sitte
Pferd mit Schlange
1957
Öl auf Sperrholz
105,5 x 105,5 cm
Willi-Sitte-Stiftung
© VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Foto: Galerie Schwind Leipzig

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MOTIV MENSCH

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Willi Sitte und Fritz Cremer im Dialog

In der Reihe wichtiger Künstler der DDR, wie Werner Tübke, Arno Rink oder Wolfgang Mattheuer, zeigt die Kunsthalle Rostock nun Willi Sitte und Fritz Cremer im Dialog.

Etwa 60 Gemälde aus dem Frühwerk des Hallensers Willi Sitte werden mit dem Œuvre des Berliners Fritz Cremer in Beziehung gesetzt. Als überzeugte Antifaschisten befassten sich beide intensiv mit den Verbrechen des Nationalsozialismus und trugen dabei nicht wenige Konflikte mit der SED-Führung aus. Die ausgestellten Gemälde und Plastiken stehen somit auch für den Kampf der Künstler für die künstlerische Eigenständigkeit, für ihre unbeirrte Suche nach einem künstlerischen Ausdruck, der dem Menschen gerecht wird. Denn der Mensch – das menschliche Sein – war für beide zeitlebens das Hauptmotiv.

Mit Willi Sitte (1921–2013) verbindet man vor allem großformatige und kraftvoll farbige Darstellungen von liebenden Paaren, Badenden und Sportlern. Die in dieser Ausstellung gezeigten Werke, die alle zwischen 1950 und 1960 entstanden sind, zeigen jedoch eine weit weniger bekannte Facette im Schaffen des Künstlers: Sie ist Ausdruck einer Phase intensiver Auseinandersetzung mit der Malerei der klassischen Moderne. Zu seinen Vorbildern zählten in jener Zeit insbesondere Fernand Léger und Pablo Picasso.
Sitte beschäftigte sich in dieser Schaffensphase aber ebenso intensiv mit zeithistorischen Themen. Über fünf Jahre thematisierte er immer wieder die Flutkatastrophe in seiner „heimlichen Heimat“: 1944 hatte er sich als Wehrmachts-Deserteur der Resistenza angeschlossen und, bis er 1946 nach Halle kam, in Norditalien gewirkt. In der Ausstellung ist die erste Fassung der Hochwasserkatastrophe am Po von 1952/53 samt zahlreichen Studien zu sehen.
Das wichtigste politische Werk in dieser Zeit ist Lidice. Das heute verschollene Triptychon ist die erste Darstellung eines NS-Pogroms und thematisiert eine Vergeltungsaktion der SS für das tödliche Attentat auf den stellvertretenden böhmischen Reichsprotektor Reinhard Heydrich, bei der in dem Dorf Lidice 172 Männer getötet und die Frauen ins KZ verschleppt wurden. Dem Hauptgemälde ging eine Phase intensiver Studien voran. Die Ausstellung zeigt mit der Arbeit Rufende Frauen von 1957 sicherlich eine der stärksten und bekanntesten Gemälde dieser Erinnerungsarbeit.
Dass Sitte für die Werke seiner ersten Schaffensphase wenig Lob erntete, ja heftigsten Anfeindungen ausgesetzt war, ist bekannt. Zu weit entfernte sich sein angeblicher „Formalismus“ von dem seit 1948 staatlich verordneten sozialrealistischen Kunstideal: Farbenfroh und geschichtsoptimistisch sollte die Kunst sich geben.

Auch Fritz Cremer (1906 –1993), dessen gesamtes Œuvre mit den fast 60 Bronzefiguren aus den Jahren 1931–1993 in der Ausstellung hervorragend repräsentiert ist, sah sich mit der einengenden Kunstdoktrin des Sozialistischen Realismus konfrontiert, als er 1951 nach Ost-Berlin übersiedelte.
Einen großen Teil seines Schaffens widmete Cremer dem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Unter den zahlreichen Mahnmalen für Konzentrationslager, die Cremer realisierte, ist es vor allem das 1958 eingeweihte Buchenwalddenkmal, das ihn weit über die Staatsgrenzen hinaus bekannt machte und ihm in der DDR eine nahezu unangefochtene Stellung als Bildhauer einbrachte.
Auch wenn der Künstler sich durch und durch dem Realismus verschrieben hatte, entsprachen auch seine Figuren nicht den offiziellen Forderungen nach der Darstellung von heroisch in die Zukunft blickenden Menschen. Obwohl mit Preisen überhäuft, geriet Cremer zunehmend in kulturpolitische Konflikte, bis er 1964 in seiner berühmten Rede gar zur Abkehr von der Doktrin des Sozialistischen Realismus aufrief und für mehr künstlerische Freiheit einstand. In einer Zeit des Rückzugs entstand die berühmte, zunächst heftig angefeindete Plastik Der Aufsteigende, die 1975 als Geschenk der DDR am Gebäude der Vereinten Nationen in New York aufgestellt wurde. Ein weiterer Guss befindet sich vor der Kunsthalle Rostock.
Parallel zu den ernsten politischen Themen widmete sich der Künstler ebenso leidenschaftlich dem menschlichen Akt. Mit großem Variationsreichtum in Bezug auf Figurenauffassung und Oberflächenbehandlung huldigte er der weiblichen Sinnlichkeit. Liebespaare finden wir stehend, liegend oder kniend vor, immer aber in inniger Umarmung. Alle seine menschlichen Akte sind durchdrungen von einer gewissen Sehnsucht und Zärtlichkeit und offenbaren Cremers Liebe zum Menschen schlechthin.



Vielen Dank für die Unterstützung
Hanse- und Universitätsstadt Rostock
Mecklenburg-Vorpommern
Rostock Port
Freunde der Kunsthalle Rostock e.V.
Druckerei Weidner
ECOVIS Grieger Mallison
NDR Kultur

Bilder von der Eröffnung

Blick in die Ausstellung

Eröffnung:
10.11.2018, 18.00 Uhr

Eintrittspreis:
10,00 € und 8,00 € ermäßigt

Ausstellung:
11.11.2018 – 10.03.2019

Zur Ausstellung erscheint die zweite ergänzte Auflage des Katalogs:
Fritz Cremer. Plastiken und Zeichnungen. (151 Seiten), ISBN 978-3-932830-73-0, Für 29,00 € (Preis während der Laufzeit: 20,00 €)

Th. 24.01.19 – 24.01.19
18.00 – 21.00 Uhr

Skulpturenzeichnen – Workshop

Anlässlich der Ausstellung „Motiv Mensch. Willi Sitte und Fritz Cremer im Dialog“ bietet die Kunsthalle Rostock mit der Bildhauerin und Grafikerin Julia Kausch Workshops zum Skulpturenzeichnen an. Interessierte können ihre zeichnerischen Fähigkeiten an den Bronzeplastiken des Bildhauers Fritz Cremer erproben oder weiterentwickeln. Lassen Sie sich von den Denkmalsfiguren, Akten, Liebespaaren und deren Ausdruck menschlicher Emotionen inspirieren.
Julia Kausch, geb. 1985, studierte „Illustration und Grafik-Design“ an der Rostocker Technischen Kunstschule, anschließend „Bildhauerei“ bei Thomas Jastram.

Seit 2012 ist Julia Kausch als freischaffende Künstlerin und Grafikdesignerin im Kultur-und Kreativquartier Warnow Valley tätig. Seit 2016 lehrt sie an der Kunst.Schule.Rostock.

Eigenes Zeichenmaterial ist mitzubringen.

Teilnahmebedingungen:
pro Termin: 15 Euro, ermäßigt 12 Euro für Schüler, Auszubildende und Studenten
(Der Eintrittspreis für die Ausstellung ist inklusive.)

Wir bitten um rechtzeitige Anmeldung zur Teilnahme an den Workshops, mindestens zwei Tage vor Kurstermin. Ab einer Teilnehmerzahl von 8 Personen findet der Kurs statt.

Anmeldungen unter: kunsthalle@rostock.de

Th. 31.01.19 – 31.01.19
18.00 – 21.00 Uhr

Skulpturenzeichnen – Workshops

Anlässlich der Ausstellung „Motiv Mensch. Willi Sitte und Fritz Cremer im Dialog“ bietet die Kunsthalle Rostock mit der Bildhauerin und Grafikerin Julia Kausch Workshops zum Skulpturenzeichnen an. Interessierte können ihre zeichnerischen Fähigkeiten an den Bronzeplastiken des Bildhauers Fritz Cremer erproben oder weiterentwickeln. Lassen Sie sich von den Denkmalsfiguren, Akten, Liebespaaren und deren Ausdruck menschlicher Emotionen inspirieren.
Julia Kausch, geb. 1985, studierte „Illustration und Grafik-Design“ an der Rostocker Technischen Kunstschule, anschließend „Bildhauerei“ bei Thomas Jastram.

Seit 2012 ist Julia Kausch als freischaffende Künstlerin und Grafikdesignerin im Kultur-und Kreativquartier Warnow Valley tätig. Seit 2016 lehrt sie an der Kunst.Schule.Rostock.

Eigenes Zeichenmaterial ist mitzubringen.

Teilnahmebedingungen:
pro Termin: 15 Euro, ermäßigt 12 Euro für Schüler, Auszubildende und Studenten
(Der Eintrittspreis für die Ausstellung ist inklusive.)

Wir bitten um rechtzeitige Anmeldung zur Teilnahme an den Workshops, mindestens zwei Tage vor Kurstermin. Ab einer Teilnehmerzahl von 8 Personen findet der Kurs statt.

Anmeldungen unter: kunsthalle@rostock.de

Th. 31.01.19 – 31.01.19
18.00 – 21.00 Uhr

Skulpturenzeichnen – Workshops

Anlässlich der Ausstellung „Motiv Mensch. Willi Sitte und Fritz Cremer im Dialog“ bietet die Kunsthalle Rostock mit der Bildhauerin und Grafikerin Julia Kausch Workshops zum Skulpturenzeichnen an. Interessierte können ihre zeichnerischen Fähigkeiten an den Bronzeplastiken des Bildhauers Fritz Cremer erproben oder weiterentwickeln. Lassen Sie sich von den Denkmalsfiguren, Akten, Liebespaaren und deren Ausdruck menschlicher Emotionen inspirieren.
Julia Kausch, geb. 1985, studierte „Illustration und Grafik-Design“ an der Rostocker Technischen Kunstschule, anschließend „Bildhauerei“ bei Thomas Jastram.

Seit 2012 ist Julia Kausch als freischaffende Künstlerin und Grafikdesignerin im Kultur-und Kreativquartier Warnow Valley tätig. Seit 2016 lehrt sie an der Kunst.Schule.Rostock.

Eigenes Zeichenmaterial ist mitzubringen.

Teilnahmebedingungen:
pro Termin: 15 Euro, ermäßigt 12 Euro für Schüler, Auszubildende und Studenten
(Der Eintrittspreis für die Ausstellung ist inklusive.)

Wir bitten um rechtzeitige Anmeldung zur Teilnahme an den Workshops, mindestens zwei Tage vor Kurstermin. Ab einer Teilnehmerzahl von 8 Personen findet der Kurs statt.

Anmeldungen unter: kunsthalle@rostock.de

Th. 07.02.19 – 07.02.19
18.00 – 21.00 Uhr

Skulpturenzeichnen – Workshops

Anlässlich der Ausstellung „Motiv Mensch. Willi Sitte und Fritz Cremer im Dialog“ bietet die Kunsthalle Rostock mit der Bildhauerin und Grafikerin Julia Kausch Workshops zum Skulpturenzeichnen an. Interessierte können ihre zeichnerischen Fähigkeiten an den Bronzeplastiken des Bildhauers Fritz Cremer erproben oder weiterentwickeln. Lassen Sie sich von den Denkmalsfiguren, Akten, Liebespaaren und deren Ausdruck menschlicher Emotionen inspirieren.
Julia Kausch, geb. 1985, studierte „Illustration und Grafik-Design“ an der Rostocker Technischen Kunstschule, anschließend „Bildhauerei“ bei Thomas Jastram.

Seit 2012 ist Julia Kausch als freischaffende Künstlerin und Grafikdesignerin im Kultur-und Kreativquartier Warnow Valley tätig. Seit 2016 lehrt sie an der Kunst.Schule.Rostock.

Eigenes Zeichenmaterial ist mitzubringen.

Teilnahmebedingungen:
pro Termin: 15 Euro, ermäßigt 12 Euro für Schüler, Auszubildende und Studenten
(Der Eintrittspreis für die Ausstellung ist inklusive.)

Wir bitten um rechtzeitige Anmeldung zur Teilnahme an den Workshops, mindestens zwei Tage vor Kurstermin. Ab einer Teilnehmerzahl von 8 Personen findet der Kurs statt.

Anmeldungen unter: kunsthalle@rostock.de

Sa. 09.02.19 – 09.02.19
16.00 – 18.00 Uhr

(Be)deutungskonflikte um Buchenwald in der frühen DDR und die Gedenkstätte heute

Vortrag von Dr. Philipp Neumann-Thein, stellvertretender Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora


Teilnahmegebühren im Eintrittspreis enthalten.

Sa. 16.02.19 – 16.02.19
16.00 – 18.00 Uhr

„Künstlerische Wahrhaftigkeit“ – Der Bildhauer Fritz Cremer

Vortrag von Klaus Tiedemann, Kunstwissenschaftler


im Anschluss an den Vortrag Ausstellungsgespräch mit Klaus Tiedemann und Katrine Cremer, Tochter des Künstlers


Teilnahmegebühren im Eintrittspreis enthalten.

Th. 21.02.19 – 21.02.19
19.00 – 21.00 Uhr

Kunstpolitik in der DDR Willi Sitte als Künstler und Funktionär

Diskussionsrunde mit: Helge Leiberg, Künstler
Christoph Tannert, Kunstwissenschaftler
Fred Mrotzek, Historiker
Moderation:
Uwe Neumann, Direktor der Kunsthalle Rostock


Teilnahmegebühren im Eintrittspreis enthalten.

Fr. 08.03.19 – 08.03.19
18.00 – 21.00 Uhr

Frauentag

Am internationalen Frauentag laden wir alle Frauen zu einem kleinen Empfang ein. Lassen sie sich durch die Ausstellung „Motiv Mensch. Willi Sitte und Fritz Cremer im Dialog“ (ver)führen.
Den Abend können Sie gemütlich in geselliger Runde mit einem prickelnden Glas Sekt und leckeren Snacks ausklingen lassen.

Führungen: im Eintrittspreis inklusive
Snacks und ein Glas Sekt: 6 Euro

Führungen finden um 19 Uhr und 20 Uhr statt.
max. Teilnehmerzahl: 25
Treffpunkt: Foyer/Kasse

Anmeldungen unter: kunsthalle@rostock.de

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14.01.2018 – 25.02.2018

Gerry Johansson

Deutschland/Schweden

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14.01.2018 – 22.04.2018

Christine Rusche

SOUNDINGS

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05.12.2017 – 28.01.2018

Otto Niemeyer-Holstein

Die Asienreise

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01.03.2018 – 18.03.2018

Schüler stellen aus

25. Jubiläumsausstellung

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16.01.2018 – 18.02.2018

Renata Ahrens

SPÄTLESE

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05.02.2018 – 04.03.2018

Nuria Quevedo

Illustrationen zu Kassandra von Christa Wolf