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Am Café, 1975 Aquarell auf Papier 50,2 x 37,2 cm unsigniert Ankauf Inv.-Nr.: 803323

Am Café, 1975
Aquarell auf Papier
50,2 x 37,2 cm
unsigniert
Ankauf
Inv.-Nr.: 803323

Bild des Monats

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Elisaweta Klutschewskaja, Am Café, 1975



Großstadtimpressionen

Berlin und Moskau sind die beiden Heimatstädte Elisaweta Klutschewskajas, zwischen denen die Künstlerin pendelt.

Die gebürtige Moskauerin wächst ab 1928 erst in Frankreich und später in Berlin auf. 1942 ist es ihr möglich, ein Studium an der Hochschule für bildende Künste in Berlin-Charlottenburg zu beginnen. Doch noch im vorletzten Kriegsjahr wird die Studentin zum Arbeitsdienst zwangsverpflichtet. Nach dem Krieg verdient sie zunächst ihren Lebensunterhalt als Dolmetscherin, Gebrauchsgrafikerin und Kinderbuchillustratorin sowie ab 1949 als Journalistin u. a. für die „Tägliche Rundschau“.

1957 kehrt die Künstlerin und Journalistin nach Moskau zurück, um dort als Korrespondentin für die DDR-Illustrierte „Freie Welt“ über Politik, Kultur und Alltagsleben in der Sowjetunion zu berichten.

Recherchen führen sie an unbekannte Orte Russlands, vor allem aber durch die Straßen Moskaus. Die Eindrücke der Künstlerin spiegeln sich wider in umfangreichen Bildzyklen: in den von Romanen Dostojewskis und Bulgakows inspirierten Moskaubildern oder im Zyklus „Moskau gestern und heute 1973 bis 1977“. Verschiedenste Straßenansichten und Szenerien eines mal verschneiten oder verregneten, aber stets belebten Moskaus hält die Malerin mit flüchtigen Pinselstrichen fest. Nur schemenhaft erscheinen im abgebildeten Aquarell die an einem Café die Straße entlang strömenden Menschen. Ein dezenter Farbschleier aus vorrangig Blau- und Gelbtönen zieht wie ein feuchter, kühler Nebelschwarm durch die nächtlich beleuchtete Straße Moskaus. Figur und Hintergrund – Mensch und Stadt scheinen durch die stark lavierten Farbflächen einander zu durchdringen.

In der Aquarellmalerei findet Klutschewskaja das geeignete Medium, das sie stets begleitet. So zückt sie Papier und Aquarellkasten und malt direkt aus dem Auto heraus, sobald sie von der Atmosphäre einer Szenerie, eines Gebäudes, einer Straße auf ihren Reisen zwischen Berlin und Moskau fasziniert ist. Melanie Ohst

Bild des Monats:
Am Café, 1975, Aquarell auf Papier, 50,2 x 37,2 cm, unsigniert, Ankauf, Inv.-Nr.: 803323 © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Elisaweta Dmitrjewna Klutschewskaja:
12. Februar 1924 in Moskau – 12. November 2000 bei Berlin

verwendete Literatur:
Engel, Ursula: Elisabeth Klutschewskaja, geb. 1924, Berlin [online publiziert am 26.04.2001], URL: http://www.tagesspiegel.de/berlin/elisabeth-klutschewskaja-geb-1924/222898.html [20.09.2017].
Kat. Drei Moskauer Malerinnen aus drei Generationen. Alexandra Korsakowa, Elisabeth Klutschewskaja, Tatjana Nasarenko, hrsg. vom Zentralen Haus der DSF, Berlin 1978.

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