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Hans Theo Richter, Stehender Akt vor Spiegel o.J. (vermutlich nach 1950) Tusche auf gelbem Papierus Aus der Sammlung der Kunsthalle Rostock

Hans Theo Richter, Stehender Akt vor Spiegel	o.J. (vermutlich nach 1950)	
Tusche auf gelbem Papierus 
Aus der Sammlung der Kunsthalle Rostock Hans Theo Richter, Mutter, Kind im Arm an sich drückend	
1950, Kohle, laviert 
Aus der Sammlung der Kunsthalle Rostock Hans Theo Richter, Weibl. Dreiviertelakt mit Tasse
Ca. 1953, Lithografie aus der Sammlung der Kunsthalle Rostock Hans Theo Richter, Mädchen vorm Spiegel
1968, Lithografie aus der Sammlung der Kunsthalle Rostock Hans Theo Richter, Mädchenakt beim Zeichnen	
1962, Lithografie aus der Sammlung der Kunsthalle Rostock

hans theo richter

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bewegende stille

Das Hauptthema des um Dresden lebenden und arbeitenden Grafikers Hans Theo Richter (1902–1969) ist der Mensch. Empfindungen wie Liebe, Verständnis, Vertrautheit, Zuneigung, Behutsamkeit, aber auch Schwermütigkeit werden in seinen Werken spürbar.

Neben allegorisch erfassten zeitgeschichtlichen Themen zählen Kinder, Mütter, Ältere, Figuren am Strand, Maler und Modell sowie Akte zu seinen bevorzugten Motiven. Letztere finden sich in allen Schaffensphasen des Künstlers wieder. Ob sitzend, liegend, stehend, als Halbakt oder Ganzfigur, die Akte, zumeist weiblichen Geschlechts, bildet Richter bei alltäglichen Tätigkeiten ab.

Die unsignierte, vermutlich nach 1950 als Vorzeichnung für eine Lithografie entstandene, Tuschezeichnung Stehender Akt vor dem Spiegel repräsentiert exemplarisch eine Gruppe, in denen Richter seinen Modellen als Beiwerk einen Spiegel zur Seite stellt. Während der Künstler die Figur zum Typus vereinfacht und die Konturen in zarter Strichführung wiedergibt, laviert er wie ein Maler dagegen die Flächen unterschiedlich stark mit schwarzer Tusche: Spannung erzeugt der daraus resultierende Hell-Dunkel-Kontrast. Steht die aufrechte und selbstbewusste Haltung der sich nackt im Spiegel betrachtenden Frau zudem im Widerspruch zu ihrem gespiegelten Gesichtsausdruck? Zweifelt sie an Schein und Sein? Spiegeln sich auf diese Weise die Konflikte im Inneren, im Prozess der Selbstreflexion, wider?

Bewegende Stille zum Ausdruck zu bringen, ist Richter ein tiefes Bedürfnis. Die Reduzierung der Figur auf ihre Urformen zeigt sich verstärkt ab 1948 im Werk Richters. Den malerischen Zugang zu den ihn bewegenden Themen findet er dagegen bereits während seines Zweitstudiums von 1926 bis 1931 an der Dresdner Kunstakademie. Neben Vorbildern wie Toulouse Lautrec, Vincent van Gogh und Edvard Munch erhält er auch Impulse von Otto Dix, dessen Meisterschüler er 1928 ist. Stilistisch am stärksten verwandt scheinen die Arbeiten Richters, insbesondere die Mutter-Kind-Darstellungen, mit jenen von Käthe Kollwitz zu sein.

verwendete Literatur:
Kat. Hans Theo Richter. Aquarelle und Zeichnungen, hrsg. von der Akademie der Künste der DDR, Dresden 1991.
Kat. Hans Theo Richter. Der Zeichner, hrsg. von der Hildegard und Hans Theo Richter Stiftung und der galerie Döbele GmbH, Dresden 2011.
Kat. Hans Theo Richter. Lithographien, Zeichnungen, hrsg. vom VEB Verlag der Kunst, Dresden 1975. Kat. Hans Theo Richter. Zeichnung und Graphik, hrsg. von Werner Schmidt, Leipzig 2002.

Eintrittspreis:
frei

Die Ausstellung ist im Café der Kunsthalle Rostock zu sehen.

Ausstellung:
12.02.2019 – 12.05.2019

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