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Fritz Koch-Gotha, Grafik aus der Sammlung der Kunsthalle Rostock

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Fritz Koch-Gotha

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Zeichnungen und Illustrationen

Der 1877 in Eberstädt bei Gotha geborene Fritz Koch – später fügt er seinem Nachnamen den Zusatz „Gotha“ in Erinnerung an seine Heimatstadt hinzu – ist als Pressezeichner und Illustrator von Kinderbüchern bekannt geworden. Seine künstlerische Ausbildung beginnt er 1895 an der Leipziger Akademie, der heutigen Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Zwei Jahre später entscheidet er sich, den Studienort zu wechseln und zieht nach Karlsruhe. 1899 wieder nach Leipzig zurückgekehrt, arbeitet Koch-Gotha zunächst als freischaffender Künstler. Erste Versuche, dort als Illustrator für verschiedene Zeitschriften tätig zu werden, scheitern. Die Umsiedlung nach Berlin im Jahr 1902 und seine Mitarbeit an der Wochenzeitschrift „Lustige Blätter“ führen schließlich zu ersten Erfolgen. Durch ein intensives Studium der Handzeichnungen Adolph von Menzels im Berliner Kupferstichkabinett festigt er seinen subtilen Strich und wird zu einem scharfsinnigen Realisten.
Ab 1904 beginnt Koch-Gotha als Bildberichterstatter für die „Berliner Illustrirte Zeitung“ des Ullstein-Verlages zu arbeiten. Er reist nach Prag, Moskau und Paris, um Bildreportagen anzufertigen. Während der Grafiker politische Ereignisse in scharfen realistischen Zeichnungen – wie insbesondere spätere Blätter aus dem ersten Weltkrieg beweisen – festhält, findet er zu der für ihn typischen Karikatur. Beißend verspottet er den preußischen Militarismus, die kleinen Leute mit ihren Schwächen karikiert er dagegen verständnis- und liebevoll im Sinne eines Heinrich Zilles. 1914 veröffentlicht der Ullstein-Verlag jene humoristischen Milieuschilderungen aus dem wilhelminischen Kaiserreich im „Koch-Gotha-Album“.
In den 1920er Jahren nimmt die satirische Zeichnung im Werk Koch-Gothas zu. Berlin als Großstadt, von gesellschaftlichen Extremen geprägt, inspiriert ihn und andere Karikaturisten und Veristen wie Georg Grosz und Otto Dix. Es entstehen humorvolle und zugleich sozialkritische Zeichnungen zum Spießbürgertum der Weimarer Republik wie jenes ausgestellte Blatt „Jeden Morgen vor Dienstbeginn eine Stunde Höflichkeitsübungen“ exemplarisch veranschaulicht. Zudem setzt sich Koch-Gotha nun auch verstärkt mit Drucktechniken auseinander und beginnt mit dem Illustrieren von Büchern, vor allem von Kinderbüchern. Von ca. 60 illustrierten Büchern ist „Die Häschenschule“ von 1924 wohl am bekanntesten. Im Bestand der Kunsthalle Rostock befinden sich unter anderem Zeichnungen zu den „Bremer Stadtmusikanten“, dem „Gestiefelten Kater“ oder den „Schildbürgern“, die sich dumm stellten und mit ihren Streichen weltbekannt wurden. In der ausgestellten Illustration bildet Koch-Gotha einen dieser Narren schelmisch blickend als frontale Halbfigur ab.
Mit der Machtergreifung 1933 beendet er seine Pressearbeit. Koch-Gotha lässt sich nicht zum Zwecke nationalsozialistischer Propaganda einspannen und zieht sich zurück. Als der Künstler 1944 seine Berliner Wohnung durch einen Bombenangriff verliert, siedelt er endgültig mit seiner Frau, der Malerin und Grafikerin Dora Koch-Stetter, nach Althagen auf das Fischland über, wo die beiden seit 1927 ein Haus besitzen. Neben Malereien und Zeichnungen, die die Landschaft um Althagen festhalten, gelingt es ihm ab 1945 wieder für verschiedene Zeitschriften und als Buchillustrator zu arbeiten. Von 1947 bis zu seinem Tod 1956 in Rostock arbeitet er schließlich für die Satirezeitschrift „Eulenspiegel“. Zwei dieser Originalillustrationen sind in der kleinen Ausstellung im Café der Kunsthalle Rostock vertreten. Sie spiegeln seinen optimistischen und satirischen Humor in einer von Umbrüchen und Verlusten geprägten Zeit eindringlich wider.

Eintrittspreis:
frei

Die Ausstellung ist im Café der Kunsthalle Rostock zu sehen.

Ausstellung:
28.08.2017 - 09.10.2017

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Bilder als Botschaft

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Markus Matthias Krüger

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18.12.2016 – 17.04.2017

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12.01.2017 – 29.01.2017

Hermann Glöckner

Grafik im Café

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11.07.2017 – 11.07.2017

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EinBlick 01 - Werke aus der Sammlung der Kunsthalle Rostock